Ich kenn auch Leute, die fahren 60.000km pro Jahr mit E und bereuen es nicht, der Kollege Bert hier fährt glaube ich so viel sogar mit dem 35er
Ist halt auch eine Frage der Strecke. Wenn du jeden Tag 350km fährst, sind das aufs Jahr gerechnet auch schon über 70.000km und du musst nicht einmal unterwegs laden wenn du eine Wallbox hast. Wer aber einmal die Woche 1.000km fährt und dann 4 Tage im Büro ist wird sich eher schwer tun.
Ich würde mal tippen, dass das was ihr fordert spätestens in zwei Generationen möglich sein wird. BMW spricht ja bei der NK schon von Reichweiten von 700-800km WLTP und Ladezeiten von unter 20 Minuten auf 80%, da dürften selbst viele Außendienstler schon ohne große Umstellung mit klar kommen, denn das heißt ja im Prinzip alle 300km mit 150km/h für 10 Minuten laden. Die Generation danach könnte das dann bieten, wird sie aber wahrscheinlich bis auf wenige Ausnahmen nicht, weil es sich einfach nicht lohnt. Einen 150kWh-Akku in ein Fahrzeug zu packen, das dann 2,4t wiegt und sich fährt wie ein Panzer, dazu geht das ganze wohl nur als SUV und ist dann aerodynamisch auch ein Albtraum. Dann doch lieber 100kWh mit nochmal deutlich besserer Effizienz, das sind ja dann auch schon 700-750km WLTP je nach Effizienz.
Aber schon jetzt braucht die Fahrt eigentlich keine Planung, ich könnte meine Eltern jetzt in meinen i4 setzen und sagen: Fahrt damit nach Hamburg und sie würde wahrscheinlich sogar begeistert ankommen. Ich plane ja selbst auch fast nichts vor, außer vielleicht einen bestimmten Stopp, weil ich irgendwo was bestimmtes Essen will. Für den Normalo - also nicht Außendienstler - reicht das in 90-95% der Fälle aus. Am Ende ist das ähnlich wie die Diskussion ums Tempolimit, viele sind dagegen, weil sie gerne schneller fahren könnten, es aber tatsächlich eigentlich nicht machen. Nur ein Bruchteil aller Autofahrer fährt regelmäßig auf der Autobahn (einige haben sogar Angst davor), und von denen fährt dann definitiv nicht die Mehrheit immer schneller als 130, trotzdem wollen die alle kein Tempolimit.
Ein heutiges Top-BEV - und in einigen Jahren Durchschnitts-BEV - reicht für die meisten Familien ja aus, selbst mit der gelegentlichen Urlaubsfahrt. Aber man schränkt halt seine Möglichkeiten damit ein, ungeachtet dessen, ob man die braucht. Meine Schwester wohnt in Berlin, sollte die jetzt einen medizinischen Notfall beispielsweise mit ihrem Baby haben, dann bräuchte ich mit dem i4 ca. 1 Stunde länger um dort zu sein. Das hat mich natürlich nicht vom i4 abgehalten, aber ich habe mich deshalb in der Theorie schon eingeschränkt. In der Praxis wird das aber wohl eher nicht passieren, ist also keine praktische Einschränkung. Ist halt am Ende eben einfach im Kopf drin. Meine Eltern tun sich auch schwer mit einem zweiten BEV bzw. sogar nur übergangsweise, weil das kleine BEV wohl wieder ein Cabrio werden wird, falls es bis in 2 Jahren keine bezahlbaren BEV-Cabrios gibt. Ernsthafte Einschränkungen haben sie jetzt nicht deswegen, aber es ist halt die Kopfsache und auch die Flexibilität, die sie tatsächlich momentan mit dem Verbrenner haben, wo der Schwiegersohn in Spe eben gerade jedes Wochenende zwischen Berlin und ihnen pendelt (600km pro Strecke).